2019-07-22 18:06

Sein Lieblingswort war «immer»

Markus Ramseier, der Schriftsteller, Flurnamenforscher, Fasnächtler und Langläufer aus Pratteln, ist im Alter von 63 Jahren gestorben.

Erlag einer schweren Krankheit: Schriftsteller Ramseier.

Erlag einer schweren Krankheit: Schriftsteller Ramseier.

(Bild: Florian Bärtschiger)

  • Jan Amsler

    Jan Amsler

Markus Ramseiers Lieblingswort war «immer». «Dies ist für mich ein Trost-Wort, auch wenn ich selber vermutlich schwer vergänglich bin», sagte er im Januar zur BaZ. Eine Ahnung, dass er noch im folgenden Sommer sterben wird, hatte er damals aber wohl nicht. Er hatte noch viel vor: Im Arbeitszimmer seines Hauses in Pratteln steckte in beinahe jeder Schublade eine neue Arbeit. Im Herbst soll eine Publikation mit einer Auswahl seiner Mundart-Kolumnen erscheinen, ein anderes Werk war schon im Winter fortgeschritten.

Doch die Pläne gingen nicht auf. Am Montag berichtete das SRF-Regionaljournal, dass Ramseier am Sonntag, im Alter von 63 Jahren, einer schweren Krankheit erlegen ist.

In der Region ist Ramseier insbesondere als Autor von Romanen und als Flurnamenforscher bekannt. 2014 gewann er den Basellandschaftlichen Kulturpreis. Sein Lebenswerk, das «Baselbieter Namenbuch», umfasst 6300 Seiten in sieben Bänden, wiegt acht Kilogramm und bedeutete 30 Jahre Arbeit.

Ramseier war aber auch begeisterter Fasnächtler und brachte mit seinen Schnitzelbänken halb Basel zum Lachen. In seiner Heimat Pratteln war er ausserdem als «Hornbueb» unterwegs und engagierte sich damit an einem lokalen Fasnachtsbrauch.

Was wenige wissen: Ramseier, Ehemann und Vater von vier Kindern, war ein ehrgeiziger Langläufer. An internationalen Volksläufen war er mehrfach der beste Schweizer. Aufgehört hat er erst, als er mit 45 Jahren in Estland einen 50-Kilometer-Marathon gewonnen hatte und ihn das estnische Fernsehen fragte, welche Ziele er an den Weltmeisterschaften und olympischen Spielen verfolge. «Ich dachte, das lässt sich nicht mehr toppen.»

Basler Zeitung