2019-10-15 09:48

Vereinzelte Vandalen bei Basler Pro-Kurden-Demo

Am Montagabend sind bei einer prokurdischen Kundgebung Vermummte mitmarschiert, ein Böller wurde gezündet. Nun reagieren Basler Politiker.

Prokurdische Demonstranten blockierten am Montagabend die Bahnhofskreuzung. Video: Martin Regenass

Der Angriff der Türkei auf Kurdengebiete in Nordsyrien wirft weltweit hohe Wellen. Am Montagabend haben sich in Basel prokurdische Demonstranten versammelt. Gemeinsam sind sie durch Basel gezogen. Beim Centralbahnplatz blockierten sie laut Augenzeugen den Auto- und Tramverkehr, was zu einem Hupkonzert führte. Gut hundert Personen sollen an dem prokurdischen Marsch beteiligt gewesen sein.

Der Zug ist im weiteren Verlauf des Abends in Kleinbasel angekommen. Es habe geringe, lokale Beeinträchtigungen des städtischen Verkehrs gegeben, wie Toprak Yerguz, Sprecher der Kantonspolizei Basel-Stadt, auf Anfrage dieser Zeitung erklärt. Zudem hätten Demonstranten entlang der Route, die über den Marktplatz und die Mittlere Brücke führte, Plakate angebracht.

Die Aktion stösst nicht nur auf Verständnis. Gemäss Grossrat Joël Thüring (SVP) wurden in der Steinenvorstadt inmitten von Menschentrauben Knallkörper von Demonstranten gezündet. «Zuvorderst Vermummte», schreibt er auf Twitter. Und weiter, ans Basler Justizdepartement und seinen Vorsteher gerichtet: «Wann wird dieser Irsinn endlich mal eingeschränkt liebes @jsdBS und @BaschiDuerr? Wir sind in Basel, nicht in Kurdistan.»

Mediensprecher Toprak Yerguz bestätigt, dass «ein paar Vermummte vorne beim Demonstrationszug mitmarschiert sind». Gemäss Polizisten vor Ort ist auch ein Böller gezündet worden, allerdings nur ein einziger Feuerwerkskörper, mehr nicht. Auf diese Aussage hin hat prompt wieder Joël Thüring getwittert: «Nein, Herr Yerguz, es war nicht nur 1 Knallkörper. Und die ‹paar Vermummten› waren nicht am ‹Mitmarschieren›, sondern führten an. Sie gehören dem Schwarzen Block an.»

Auf dem sozialen Netzwerk spart Grossrat Thüring zudem nicht mit Kritik an der Polizeipräsenz: «Die Demo wird nur von 4 Polizisten auf Velos (!) begleitet.» Dazu sagt der Polizeisprecher: Man gebe aus polizeitaktischen Gründen grundsätzlich keine Auskunft zum Aufgebot. Yerguz gibt aber zu bedenken, dass ein Polizeidispositiv nicht nur aus erkennbaren Einsatzkräften bestehe.

Die Demonstration war nicht bewilligt. Völlig überraschend kommt die Aktion aber nicht, da es bereits letzte Woche in Basel zu ähnlichen Aufmärschen gekommen ist. Die Kundgebung dürfte sich erfahrungsgemäss im Verlauf des Abends beim Claraplatz auflösen.

Die Piratenpartei von Basel-Stadt und Baselland hat im Verlauf des Abends ihre Solidarität mit den Kurden bekundet und fordert politische Massnahmen: Die Schweiz müsse beim Freihandelsabkommen mit der Türkei die Einhaltung der Menschenrechte einfordern.

bor