2019-11-06 12:45

Linken Gewalttätern droht der Online-Pranger

Die Basler Staatsanwaltschaft will Fotos von Linksextremisten veröffentlichen, die eine Gegendemonstration im November 2018 eskalieren liessen.

Am Messeplatz trafen die Gegendemonstranten am 24. November 2018 auf die Polizei.

Am Messeplatz trafen die Gegendemonstranten am 24. November 2018 auf die Polizei.

(Bild: Keystone)

Rund 2000 Menschen demonstrierten am 24. November 2018 in Basel gegen eine bewilligte Kundgebung von 30 Anhängern der rechtsextremen Partei National Orientierter Schweizer (Pnos). Diese Gegendemonstration eskalierte damals und es kam zu gewalttätigen Scharmützeln mit der Polizei.

Diese war damals mit einem Grossaufgebot vor Ort, weil Ausschreitungen bereits im Vorfeld zu erwarten waren: Gegner der Pnos-Kundgebung hatten in sozialen Medien und im Internet dazu aufgerufen, diese nötigenfalls mit Gewalt zu verhindern. Bei den Ausschreitungen auf dem Messeplatz wurden zwei Polizisten und fünf Teilnehmer der bewilligten Demonstration verletzt und es kam zu diversen Sachbeschädigungen.

22 Täter noch nicht identifiziert

Die Basler Staatsanwaltschaft hat im Nachhinein knapp 60 Verfahren gegen Teilnehmer der Gegendemonstration eröffnet. Im Rahmen der «aufwändigen Abklärungen» seien mittlerweile insgesamt 31 Erwachsene und zwei Jugendliche als mutmassliche Täter ermittelt worden, teilten die Behörden am Mittwoch mit. Die Staatsanwaltschaft und die Jugendanwaltschaft führen aktuell verschiedene Verfahren wegen Verdachts des Angriffs, des Landfriedensbruchs, der Körperverletzung, der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, der Nötigung sowie der Störung des öffentlichen Verkehrs. Gegen einen Teilnehmer der Pnos-Kundgebung wurde zudem ein Verfahren wegen Verdachts der Rassendiskriminierung eingeleitet.

Noch immer aber suchen die Ermittler nach 22 weiteren Tatverdächtigen, die noch nicht identifiziert werden konnten. Nun hat die Basler Staatsanwaltschaft angekündigt, die Fotos der Gesuchten im Internet zu veröffentlichen. Falls sich die Täter nicht von sich aus melden, werden in rund einer Woche verpixelte Fotos der Tatverdächtigen veröffentlicht. Falls dies ebenfalls nicht zum Erfolg führt, werden die Fotos unverpixelt in Umlauf gebracht.

amu