2011-10-23 15:43

Fetz feiert, Frehner ärgert sich

Während sich die wiedergewählte Basler Ständerätin Anita Fetz (SP) im Wahlforum als strahlende Siegerin präsentiert, ärgert sich SVP-Konkurrent Sebastian Frehner noch einmal über die misslungene bürgerliche Einheitskandidatur.

  • Joël Gernet

Das Schlussresutat der Basler Ständeratswahlen: Anita Fetz (SP) erhält 33'758 Stimmen (62,6%), Sebastian Frehner (SVP) 10'453 (19,4%) und Daniel Stolz (FDP) 6758 (12,5). Das absolute Mehr lag bei 26'966 Stimmen.

Schon mit der Bekanntgabe des Resultats der brieflich Stimmenden um 12 Uhr war klar: Mit 31'331 Stimmen bei einem absoluten Mehr von 25'287 wird Anita Fetz souverän für eine dritte Legislatur in den Ständerat gewählt. Grosser Jubel bei den zahlreich anwesenden linken Politikern. Von Fetz selber fehlte allerdings noch jede Spur. Rund eineinhalb Stunden später erscheint dann auch eine strahlende Anita Fetz im Wahlforum, wo sie mit Applaus, Glückwünschen, Küssen und Blumen eingedeckt wird.

«In meinem persönlichen Wettbüro gab ich mir 56 Prozent», sagt Fetz gegenüber baz.ch. Dass es nun sogar 62 Prozent werden könnten, findet sie «wahnsinnig». Dass sie bei der Resultatsverkündung nicht wie die meisten Politiker im Wahlforum sei, liege daran, dass sie zuerst mit ihren engsten Freunden und Helfern im privaten Rahmen anstossen wollte. «Ich wusste, wenn ich hierher komme, habe ich keine Zeit mehr für meine Freunde.» Das sie ihre beiden bürgerlichen Widersacher Sebastian Frehner (SVP) und Daniel Stolz (FDP) so deutlich in die Schranken weisen konnte, freut die 54-Jährige. Sie habe gerne Wahlkampf gegen die «beiden Jungs» betrieben, so Fetz, «die haben das ja auch gut gemacht».

«Keinen professionellen Eindruck»

Weniger fröhlich aufgenommen hat das Resultat naturgemäss Sebastian Frehner – auch wenn er damit gerechnet habe, wie er sagt. «Selbstverständlich ist das eine Niederlage», so Frehner, der sich im Interview mit baz.ch noch einmal enttäuscht darüber zeigt, dass die Bürgerlichen keinen Einheitskandidaten stellen konnten – so hätte man wohl noch ein etwas besseres Resultat herausholen können. «Das macht einfach keinen guten und professionellen Eindruck.» Die SVP könne da allerdings nicht viel dafür, meint Frehner mit Blick auf die bürgerliche Konkurrenz.

Der Basler SVP-Ständeratskandidat konnte 10'092 der brieflich abgegebenen Stimmen für sich sichern, deren 6'351 gingen an Daniel Stolz. Zusammen erreichten die beiden Bürgerlichen also 16'443 briefliche Stimmen – deutlich zu wenig, um Fetz in einen zweiten Wahlgang zu zwingen. Obwohl Daniel Stolz am wenigsten Stimmen erhalten hat, gib sich der Basler FDP-Parteipräsident zufrieden mit dem Resultat: «Ich habe besser abgeschnitten, als das Potenzial bei meiner Partei, deshalb bin ich zufrieden».

Freud und Leid im Kampf um den Nationalrat

Ebenfalls zufrieden sein kann Stolz mit dem Abschneiden seiner FDP im Basler Nationalratsrennen. Nach Bekanntgabe der brieflichen Stimmen zeichnet sich ab, dass die FDP ihren Wähleranteil halten kann. Stolz wertet dies als grossen Erfolg. «Wir mussten dafür kämpfen und wir haben gekämpft.» Enttäuscht über den Verlauf im Kampf um die Nationalratssitze ist hingegen Sebastian Frehner, der über den Stimmenrückgang der SVP (-1,9%) «sehr enttäuscht» ist. Dies obwohl man über ein starkes eigenes Profil, eine gute Liste sowie einen guten Wahlkampf verfügt habe, so Frehner.

Trotz ihrer souveränen Wiederwahl, dürfte auch Anita Fetz nicht nur nach Feiern zu Mute sein. Grund ist das Abschneiden der SP Basel-Stadt im Nationalratsrennen. Nach der Auszählung der brieflichen Stimmen zeichnet sich für ihre Partei einen Stimmrückgang von rund sieben Prozent ab. «Auf den ersten Blick glaube ich, dass die SP sehr viele Stimmen an die neuen Mitteparteien verloren hat», so Fetz. «Die sind neu, attraktiv und mussten noch nie unattraktive Entscheide treffen.»

baz.ch/Newsnet