2019-11-14 10:26

Fotos von Demonstranten veröffentlicht

Die Kantonspolizei hat ihre Drohung wahr gemacht. Von einigen gewalttätigen Demonstranten wurden verpixelte Fotos publiziert.

Einige Fotos von Beteiligten der Demonstration und deren Ausschreitungen im November 2018.

Einige Fotos von Beteiligten der Demonstration und deren Ausschreitungen im November 2018.

(Bild: Staatsanwaltschaft BS)

Am 24. November 2018 fand eine Demonstration gegen den europäischen Migrationspakt auf dem Messeplatz von 30 Anhängern der rechtsextremen Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) statt. Gleichzeitig begaben sich um die 2000 Menschen auf die Strassen, um gegen eben diese Kundgebung zu demonstrieren. Die Situation eskalierte und es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen unter den zwei Lagern und mit der Polizei.

Bis anhin wurde gegen 35 Personen ermittelt. Um weitere Beteiligte zu verhören, sollten sich Betroffene der Kantonspolizei Basel-Stadt stellen, ansonsten drohte sie damit, verpixelte Fotos der Täter zu veröffentlichen.

Da sich bis jetzt niemand gemeldet hat, wurden die verpixelten Bilder am Donnerstag publiziert. Als nächstes werden von allen, die sich immer noch nicht gestellt haben, die unverpixelten Aufnahmen veröffentlicht.

Personen, die weitere Hinweise haben, sollen sich mit der Staatsanwaltschaft oder der Polizei in Verbindung setzen.

Szene gibt Tipps an Täter

Auf einschlägigen Webseiten rät die linksextreme Szene, den Aufruf zu ignorieren. Des weiteren sollen die Sympathisanten stets Anonymisierungssoftware verwenden, wenn sie auf die Seite der Staatsanwaltschaft zugreifen, da befürchtet werden müssen, dass die «Zugriffe auf die Pranger-Webseite ausgewertet werden, um weitere Indizien zu sammeln».

Der Szene wird ausserdem ausdrücklich geraten, sich nicht an «Spekulationen und Getratsche» zu beteiligen, da dies Andere gefährden könne. Wer sich selbst oder Bekannte auf den Bildern vermutet, soll sich nicht «aufscheuchen» lassen. Und wichtig sei auch immer, zu Hause aufzuräumen: «Lasst kein belastendes Material wie Kleidungsstücke, Schuhe oder Ähnliches herumliegen.»

Die Szene ist empört über den erstmaligen Versuch in Basel, mittels des Online-Prangers gegen Teilnehmende einer Demonstration vorzugehen: «Wir lassen uns von solchen Angriffen nicht einschüchtern, sondern nehmen sie als Anlass, uns noch besser zu organisieren. Wir hoffen, dass der Versuch der Staatsanwaltschaft, die Bevölkerung zu Spitzel*innen zu machen, ins Leere laufen wird.»

bwi