2019-06-06 11:05

Geplante «Blut»-Attacke in Bern: Parlamentarier vorgewarnt

Vor dem Bundeshaus wollen Klima-Aktivisten Politiker schockieren. Dann greift die Polizei ein.

Kampf um das Kunstblut: So demonstrierte «Extinction Rebellion» am Donnerstagmorgen in Bern. Video: SDA

So früh am Morgen kommt es in Bern selten zu Kundgebungen: Bereits um 7.30 Uhr versammelte sich eine Gruppe von Klimaaktivisten auf dem Berner Bundesplatz. Aufgerufen zur Demo hatte die radikale Aktivistengruppe «Extinction Rebellion Switzerland», Ziel des Anlasses war es, Parlamentarierinnen und Parlamentarier auf den dringenden Handlungsbedarf beim Klimaschutz aufmerksam zu machen.

Eigentlich wäre geplant gewesen, vor dem Bundeshaus Kunstblut zu vergiessen. Dies gelang den Aktivisten aber nur teilweise: Die Kantonspolizei Bern konfiszierte die Kunstblut-Eimer kurzerhand auf dem Bärenplatz.

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Die Polizei, die den Auftrag erhalten hatte, den Zutritt zum Bundeshaus zu gewährleisten, musste nicht eingreifen, riegelte den Haupteingang aber bereits im Vorfeld mit Gittern ab, so dass dieser für die Aktivisten unerreichbar blieb, wie eine Sprecherin der Kantonspolizei Bern auf Anfrage sagte.

Die Protestaktion verlief friedlich, mehrere Demonstranten legten sich auf den Boden, um so das mit dem Klimawandel zusammenhängende Massensterben zu symbolisieren. Ausserdem wurden einige kurze Reden gehalten.

Im Anschluss an die Aktion auf dem Bundesplatz zog die Aktivistengruppe auf den Bahnhofplatz weiter. Dort legten sich mehrere Protestierende auf den Fussgängerstreifen. Sie wurden von Polizisten von der Strasse gezerrt.

Später legten sich Aktivisten auf den Fussgängerstreifen am Bahnhofplatz. Sie wurden von Polizisten weggezerrt. Video: Quentin Schlapbach

Parlamentarier im Voraus informiert

Offenbar hatte die Kantonspolizei Bern die Parlamentarier am Mittwochabend in einer E-Mail über die geplante Kundgebung informiert und dazu geraten, am Donnerstagmorgen einen Nebeneingang ins Bundeshaus zu benützen. Einige Nationalräte – darunter Roger Köppel (SVP) und Christian Wasserfallen (FDP) hatten daraufhin ihrem Ärger darüber via Twitter Luft gemacht.

red