2018-09-19 16:21

Basel erhält Forschungszentrum für Kindergesundheit

Die in Basel domizilierte Fondation Botnar stellt 100 Millionen Franken für ein neues Forschungszentrum der Uni Basel und der ETH Zürich zur Verfügung.

Im Forschungszentrum bringen die Universität Basel und die ETH Zürich namentlich ihre Kompetenzen in der Medizin und in der Systembiologie zusammen.

Im Forschungszentrum bringen die Universität Basel und die ETH Zürich namentlich ihre Kompetenzen in der Medizin und in der Systembiologie zusammen.

(Bild: UKBB)

In Basel wird ein neues Forschungszentrum für Kindergesundheit aufgebaut. Das Forschungszentrum mit dem Namen Botnar Research Centre for Child Health (BRCCH) wurde am Mittwoch gegründet. Gemeinsam getragen wird es von der Universität Basel und der ETH Zürich.

Die Botnar-Stiftung stellt den beiden Hochschulen für die nächsten zehn Jahre je 50 Millionen Franken als Anschubfinanzierung zur Verfügung, wie es an einer Medienkonferenz hiess.

Bis zu 100 Mitarbeitende

Seine operative Tätigkeit soll das neue Zentrum Anfang 2019 aufnehmen. Vorgesehen sind laut den Verantwortlichen sechs Assistenzprofessuren und dereinst insgesamt rund 100 Mitarbeitende. Noch wird für das Forschungszentrum ein geeignetes Gebäude gesucht. Man sei dafür bereits beim Kanton Basel-Stadt vorstellig geworden.

Im Forschungszentrum bringen die Universität Basel und die ETH Zürich namentlich ihre Kompetenzen in der Medizin und in der Systembiologie zusammen. Geplant ist die Kooperation mit Partnerinstituten wie dem Universitäts-Kinderspital beider Basel und dem Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut in Basel.

Für die ETH Zürich sind Aktivitäten in Basel nichts Neues. Seit elf Jahren betreibt sie in Basel ihr Institut für Biosysteme, für das derzeit ein Neubau für 200 Millionen Franken erstellt wird. Die Bündelung der Kräfte der beiden Hochschulen im BRCCH werde enorme Synergien eröffnen, sagte ETH-Präsident Lino Guzzela.

Suche nach neuen Methoden

Entwickelt werden sollen in Basel neue Methoden und digitale Innovationen für den weltweiten Einsatz in der Pädiatrie. Von der Kooperation von Forschenden aus verschiedensten Disziplinen verspricht man sich kostengünstige Lösungen, die sich überall auf der Welt einsetzen lassen, namentlich aber auch in Ländern mit beschränkten Ressourcen.

Nach Angaben von Uni-Rektorin Andrea Schenker-Wicki dauerten die Vorbereitungsarbeiten für die Gründung des Forschungszentrums nur gerade neun Monate. In dieser Zeit wurden unter anderem auch vier Forschungsschwerpunkte für das BRCCH identifiziert. Es handelt sich dabei neben Diabetes und Infektionskrankheiten/Immunologie um Herz-Lungen-Erkrankungen sowie die Wiederherstellung von Körperfunktionen durch regenerative Chirurgie.

Nach Einschätzung der verantwortlichen Forschenden dürfte sich das BRCCH mit seinem transdisziplinären Ansatz zu einem der weltweit führenden Zentren seiner Art entwickeln. Ausgerichtet wird die Forschung auf digitale und mobile Gesundheitslösungen und auf zellbasierte Therapien.

Bisher grösstes Engagement der Stiftung

Die 100 Millionen Franken für das neue Forschungszentrum sind nach Angaben von Stiftungsratspräsident Peter Lenz das bisher grösste Engagement der Fondation Botnar. Diese setzt das philantropische Wirken der Unternehmerfamilie Botnar fort, die es in England in der Autoindustrie zu einem grossen Vermögen gebracht hatte.

Gegründet wurde die Stiftung 2003 von Marcela Botnar nach dem Tod ihres Gatten Octav Botnar. Das Dotationskapital betrug damals 25 Millionen Franken. 1972 hatte das Ehepaar bei einem Autounfall seine einzige Tochter verloren, weshalb die Stiftung 2014 nach dem Tod von Marcela Botnar auch deren ganzes Vermögen von 3,5 Milliarden Franken erbte.

Die Stiftung setzt sich für die Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Kindern und Jugendlichen weltweit ein. In der 2017 eröffneten Geschäftsstelle in Basel sind unter Leitung von Stefan Germann 15 Mitarbeitende tätig. Neben der Gesundheit sind auch Ernährung und Bildung Schwerpunktthemen der Stiftung.

amu/sda