2011-10-23 15:55

Janiak im ersten Wahlgang gewählt

Der SP-Ständerat Claude Janiak wird das Baselbiet für weitere vier Jahre in Bern vertreten. Die beiden Herausforderer Caspar Baader (SVP) und Elisbeth Schneider blieben chancenlos.

  • Lucas Huber

Kaum nervös lehnte Ständerat Claude Janiak über die Theke der Landeskanzlei, Regierungsgebäude Liestal. Wie es aussehe, fragte er, als noch nicht feststand, dass er mit überwältigendem Mehr wiedergewählt wurde in den Ständerat. «Ziemlich gut», versicherte ihm Landschreiber Walter Mundschin mit einem Lächeln. Janiak bedankte sich – auch für die Glückwünsche, die trotz allem nicht verfrüht waren.

Eine halbe Stunde später sind 86 von 86 Baselbieter Gemeinden ausgezählt, und Claude Janiak nimmt seine Wiederwahl im ersten Wahlgang mit Freude auf. Die Gefahr, über einen allfälligen zweiten Wahlgang gehen zu müssen, oder gar abgewählt zu werden, bestand nie auch nur im Ansatz – auch wenn Parteipräsident Martin Rüegg betont, zumindest vor den Wahlen mit einem zweiten Wahlgang gerechnet haben zu müssen: «Aber so ist uns das natürlich viel lieber.» Janiaks Pendant in Basel-Stadt, Anita Fetz, wurde übrigens ebenfalls im ersten Wahlgang wiedergewählt. Die beiden Sozialdemokraten treffen sich zurzeit in Basel, um gegenseitige Gratulationen auszutauschen. «Vielleicht stösst ja auch noch Pascale Bruderer hinzu», ergänzt Rüegg grinsend. Bruderer hat es im Aargau im ersten Wahlgang in die Kleine Kammer geschafft.

Oberbasebiet gegen Unterbaselbiet

Damit übertraf Janiak seine eigene Erwartungen durchaus ein Stück weit. Janiak, Ständerat seit vier Jahren, hat zwar auf eine Wiederwahl im ersten Wahlgang gehofft, und er hat auch nie einen Hehl daraus gemacht, dass die Chancen dafür ziemlich gut stünden. Letzten Endes übertraf er das absolute Mehr mit rund 3000 Stimmen unverhofft deutlich.

Besonders im unteren Kantonsteil konnte Janiak wie erwartet ein deutliches Mehr an Stimmen auf sich vereinen, während Herausforderer Caspar Baader seine Wählerschaft im Oberbaselbiet zu mobilisieren vermochte. Er räumt die Schuld für die diskussionslose Niederlage in erster Linie der CVP zu. Hätte diese mit Elisabeth Schneider-Schneiter ihre Kandidatur zurückgezogen, hätte es auch für seine Ambitionen besser ausgesehen.

Keine Unterstützung von der FDP

Trotzdem trägt er die Niederlage mit Fassung, auch wenn er das Regierungsgebäude sichtlich konsterniert betreten hat. Auch Baaders Parteipräsident Dieter Spiess sieht die Hauptschuld im schlechten Abschneiden an der uneinigen Mitte-Allianz, die eben keine gewesen sei: «Die Bürgerlichen haben sich die Stimmen gegenseitig abgejagt», moniert er. Und mit der FDP, die eine Stimmfreigabe vorgab, habe man auch keine Unterstützung erhalten. Zählt man allerdings die Stimmen Schneider-Schneiters, Baaders und jene unabhängiger Kandidaten zusammen, kommt man noch immer nicht auf das Glanzresultat von Claude Janiak – nicht annähernd. «Und es hat sich als schwierig erwiesen, gegen einen wie Janiak, der noch dazu den Bisherigen-Bonus hat, anzutreten.»

Janiaks Hoffnungen hingegen, Mitte-Kandidatin Elisabeth Schneider-Schneiter und SVP-Herausforderer Caspar Baader würden sich gegenseitig die Stimmen abjagen, hat sich bewahrheitet. Nach den Kantonalwahlen im März liegt die Stimmbeteiligung erneut tief: 46,5 Prozent.

baz.ch/Newsnet

Kann gut lachen: Claude Janiak liegt bei den Ständeratswahlen deutlich in Führung.
Kann gut lachen: Claude Janiak liegt bei den Ständeratswahlen deutlich in Führung.
Ein konsternierter Caspar Baader.
Ein konsternierter Caspar Baader.(Bild: Lucas Huuber)