2017-03-29 17:10

Die Conradi-Affäre

Wie der Bundesrat nach dem Attentat in Lausanne von 1923 die Konfrontation mit der Sowjetunion suchte.

«Ich bin Schweizer!» Der Attentäter Moritz Conradi, aufgenommen im Gefängnis von Lausanne am 14. Mai 1923

(Bild: SRF)

Giuseppe Motta verbringt eine unruhige Nacht. Um zehn Uhr abends klingelt beim Bundesrat das Telefon – und es wird nicht mehr still im Haus, bis der Morgen dämmert. Ein Schweizer hat in Lausanne einen sowjetischen Diplomaten erschossen. Dass es eine politische Tat war, ist unbestritten. Die Schweizerische Depeschenagentur hat die Nachricht bereits in die Welt telegrafiert, die Morgenzeitungen berichten. Was tun? Motta hat die Frage eine Nacht lang gewälzt. Jetzt muss er los.