2014-04-02 10:19

Nach Thaibox-Überfall mehrere Schläger verhaftet

Reinach

Die Ermittler kommen im Fall Balicha offenbar gut voran. Noch unklar ist, wie der Überfall auf Shemsi Beqiri wirklich abgelaufen ist.

Paulo Balicha (rechts) hat im Februar mit seiner Gang ausserhalb des Rings zugeschlagen. Mittlerweile wurden mehrere seiner Schläger verhaftet.

Paulo Balicha (rechts) hat im Februar mit seiner Gang ausserhalb des Rings zugeschlagen. Mittlerweile wurden mehrere seiner Schläger verhaftet.

(Bild: Keystone)

  • Jonas Hoskyn

Im Fall der Abrechnung zwischen zwei regionalen Kickbox-Grössen kommen die Ermittler zügig voran: In den letzten Wochen wurden mehrere Mitglieder des bewaffneten Schlägertrupps verhaftet, die zusammen mit Paulo Balicha am 24. Februar das Superpro Sportcenter von Kontrahent Shemsi Beqiri in Reinach gestürmt haben. Wie viele der rund 20 Schläger identifiziert oder verhaftet wurden, ist nicht bekannt. Offenbar stammen sie aber aus dem weiteren Umfeld des Diamond Gyms, dem Kampfsportclub von Paulo Balicha auf dem Wolf. Die Polizei hatte dort nach dem Vorfall eine Hausdurchsuchung durchgeführt, ebenso wie in Balichas Wohnung in Muttenz.

Der 37-jährige Portugiese hatte sich am Abend des Überfalls der Polizei gestellt. Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen Freiheitsberaubung, Nötigung, Angriff, versuchter schwerer Körperverletzung und Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand gegen ihn eingeleitet. Das Zwangsmassnahmengericht hat eine dreimonatige Untersuchungshaft bewilligt. Dagegen hat nun Balichas Verteidiger beim Kantonsgericht Beschwerde eingelegt.

Seiner Ansicht nach handelte es sich beim Vorfall um einen Kampf zwischen zwei Platzhirschen. Offenbar ist Balicha, der als Einziger unmaskiert auftrat, so weit geständig, dass er mit einer Gruppe von Begleitern in Beqiris Kampfsportclub auftauchte und einen Kampf mit ihm austrug. Die Begleiter seien aber zur reinen Absicherung mitgekommen. Alles in allem nicht die feine englische Art, aber auch nicht sonderlich dramatisch.

Kampf auf Video festgehalten

Deutlich anders tönt dies von Beqiri selber und mehreren Augenzeugen. Balicha und sein Schlägertrupp hätten das Sportcenter unter massiver Gewaltanwendung gestürmt, trotz anwesenden Kindern und Jugendlichen. Dabei seien Messer und Schlagstöcke eingesetzt worden. Auch von Schusswaffen ist die Rede. Tatsächlich wurden laut Polizei insgesamt sechs Personen zum Teil erheblich verletzt und mussten ins Spital eingeliefert werden.

Klärung dürfte hier eine ominöse Videoaufzeichnung schaffen. Denn offenbar wollte Balicha seinen erwarteten Triumph über den Kontrahenten festhalten. Bei der Flucht ging die Kamera verloren. Was genau auf dem Video zu sehen ist, wollten bisher weder die Staatsanwaltschaft noch die Verteidigung sagen. Klar ist aber: Zumindest der Kampf zwischen den beiden wurde festgehalten.

Basler Zeitung