2019-05-04 08:27

Franzosen sehen keine Krise wegen Laserpointern

Im Elsass zeigt man sich verwundert über den einseitigen Entscheid der BVB, die Trams nicht mehr nach Saint-Louis fahren zu lassen.

Der nächtliche Fahrbetrieb nach Saint-Louis wurde am 2. Mai eingestellt.

Der nächtliche Fahrbetrieb nach Saint-Louis wurde am 2. Mai eingestellt.

(Bild: Nicole Pont)

  • Mischa Hauswirth

Es herrscht Krisenstimmung zwischen Basel und Saint-Louis. Zumindest auf der Schweizer Seite. Denn in Frankreich zeigt man sich irritiert über die Massnahme der Basler Verkehrsbetriebe (BVB), ab 20 Uhr nicht mehr bis an die Endstation Gare de Saint-Louis zu fahren. Bertrand Lack, Kommandant der Polizei in Saint-Louis, sieht die Sicherheitssituation in der Grenzgemeinde nicht in Gefahr. «Es gab ein paar Vorfälle mit den Trams», sagt Lack. «Aus polizeilicher Sicht jedoch und gemessen an der Häufigkeit der Fälle können wir nicht von einer Krise sprechen.»

Auch Alain Girny, Präsident von Saint-Louis Agglomération, bedauert die Vorfälle und dass eine Tramchauffeuse verletzt wurde. «Der genannte Fall mit dem Laserpointer war am 23. April. Der Fahrbetrieb wurde aber am 2. Mai eingestellt. Über diesen Schritt wurden wir nicht ­informiert. Das hätten die BVB uns gemäss Verträgen mitteilen ­müssen.»

Ermittlungen aufgenommen

Lack nimmt, wie er sagt, das ­Sicherheitsempfinden der BVB sowie von deren Chauffeuren sehr ernst. «Wir haben bei den jüngsten Ereignissen mit den Laserpointern wie schon bei den Steinwürfen vergangenen Herbst Patrouillen ins Quartier geschickt und die Ermittlungen aufgenommen», sagt Lack. Es sei aber schwierig herauszufinden, von wo genau die Attacken stammen. ­Offenbar wurden sie von einer Wohnung in einem der Hochhäuser entlang der Strecke und in der Nähe der Jean-Mermoz-Schule aus verübt.

Die Polizei geht davon aus, dass die Steinwürfe, die verbalen Pöbeleien gegen Tramchauffeure und die Laserattacken auf das Konto von Jugendlichen zwischen 12 und 20 Jahren gehen. «Wir intervenieren nicht nur, wenn bei uns ein solcher Fall gemeldet wird, sondern haben auch die Prävention an den Schulen intensiviert und zeigen mehr Präsenz», sagt Lack. Zudem werden nun Überwachungskameras installiert. Die Gemeinde Saint-Louis engagiert ausserdem einen privaten Sicherheitsdienst, um die Sicherheit rund um die Tramlinien zu erhöhen.