2014-09-28 14:41

Keine weiteren Hochhäuser am Rhein

Grünflächen sind Basel-Stadt wichtiger als Wohnraum: Die Stimmberechtigten haben in einer Referendumsabstimmung zwei sogenannte «Stadtrandentwicklungen» abgelehnt.

Umstritten: Zwischen Schwarzwaldbrücke und Kraftwerk Birsfelden sollen auf Kleinbasler Seite Hochhäuser möglich werden (rechts unten).

Umstritten: Zwischen Schwarzwaldbrücke und Kraftwerk Birsfelden sollen auf Kleinbasler Seite Hochhäuser möglich werden (rechts unten).

(Bild: Dominik Plüss)

Die eine hätte Hochhäuser beim Rankhof-Stadion am Rhein erlaubt, was mit einem Nein-Stimmen-Anteil von 50,77 Prozent knapp scheiterte. Die andere hätte die Siedlung auf dem Bruderholz erweitert, was 54,4 Prozent nicht wollten.

Die Stadtrandentwicklungen Süd (Bruderholz) und Ost (Rankhof) waren Teil einer vom Parlament beschlossenen Zonenplan-Totalrevision. Sie waren ausgeklammert worden, um den unbestrittenen Hauptteil nicht zu gefährden. Das Referendum ergriffen dann die linke BastA!, die Grünen und die SVP; die anderen Bürgerlichen und die SP waren für die Vorlage.

An der Urne wurde die Stadtrandentwicklung Süd nun mit 24'780 gegen 29'558 Stimmen abgelehnt. Die Stadtrandentwicklung Ost fiel mit 26'793 gegen 27'635 Stimmen durch. Die Stimmbeteiligung lag bei 52,45 Prozent.

Wohnungen bleiben rar

Die Stadtrandentwicklungen hätten bis im Jahr 2030 einen Beitrag gegen die Wohnungsnot leisten sollen. Derzeit stehen im Stadtkanton nur rund 300 Wohnungen leer, was einer Quote von 0,2 Prozent entspricht. Gegner hatten jedoch mit Störungen des Landschaftsbildes und der Naturkorridore sowie mit Zersiedelung argumentiert.

Konkret wäre auf dem Bruderholz das Einfamilienhausgebiet mit einer neuen Fläche für gegen 400 Personen erweitert worden. Das hätte rund fünf Hektaren bisherigen Landwirtschaftsboden gekostet, das Siedlungsgebiet wäre also ausgedehnt worden.

Östlich des Rankhof-Stadions hätten zwischen Bahngeleisen und Rheinufer rund ein Dutzend bis zu 75 Meter hohe Hochhäuser für rund 2000 Personen sowie teilweise öffentliche Grünflächen entstehen sollen. Umgezont worden wären dazu unter anderem heutige Familiengärten und private Sportareale.

In jüngerer Vergangenheit waren im Stadtkanton mehrere Vorlagen zu punktuellen Grünraum-Überbauungen an der Urne abgelehnt worden. Auch die schon angelaufene Zonenplan-Revision musste nach der Annahme einer Familiengarten-Initiative 2011 überarbeitet werden; für neuen Wohnraum war damit der Spielraum kleiner geworden.

amu