2011-11-14 14:56

Kunstmuseums-Erweiterung nimmt konkrete Konturen an

Kurz vor Eingabe des Baugesuches zur 100-Millionen-Erweiterung informierte das Kunstmuseum Basel über die jüngsten Optimierungen am Grossprojekt.

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  • Joël Gernet

Und wieder wissen wir ein bisschen mehr über den auf 2015 geplanten Erweiterungsbau des Basler Kunstmuseums. Etwa, dass im Foyer des Verbindungstraktes zwischen Alt- und Neubau künftig Vernissagen und Anlässe für bis zu 1000 Personen statt finden können; dass beide Museumsgebäude ihren eigenen Eingangsbereich haben werden und die Fassade aus verschiedenfarbigen Ziegelsteinen bestehen wird. Oder, dass die Transporter zur Anlieferung teurer Kunstwerke demnächst direkt in das Gebäude hineinfahren können. Eine der markantesten Optimierungen ist der grosse Ausstellungssaal im Erdgeschoss. Ganz grosse Neuerungen, oder gar spektakuläre neue Visualisierungen wurden an der heutigen Pressekonferenz des Kunstmuseums allerdings nicht präsentiert.

«Da muss ich sie leider enttäuschen», begann Emanuel Christ seine Ausführungen zum aktuellen Planungsstand. Dass es keine grossen Neuerungen gibt, wertet der Vertreter des federführenden Architekturbüros Christ & Gantenbein als Erfolg. «Es haben sich keine versteckten Fehler offenbart – im Gegenteil.» Deshalb sei man nun bereit zur Eingabe der Baubewilligung. Diese wird innerhalb der kommenden zwei Wochen eingereicht. Damit befindet sich das das 100-Millionen-Projekt nach der Verabschiedung von Bebauungsplan und Baukredit im Grossen Rat vor fast genau einem Jahr im Zeitplan (siehe Box).

Neuer Raum für Sonderausstellungen

Mit grosser Freude blickt natürlich Museumsdirektor Bernhard Mendes Bürgi in die Zukunft seines Hauses. Gegenüber den Medien sprach Bürgi von einem «grossen Schritt» hin zu «neuen Dimensionen», welchen das Museum mit dem Erweiterungsbau mache. «Einem weltbekannten Kunstmuseum wie dem in Basel steht das gut an.» Ursprünglich sei das Kunstmuseum als reines Sammlungshaus konzipiert gewesen. Dieses Konzept ist inzwischen allerdings überholt und «macht den Braten nicht mehr feiss», wie Bürgi erklärte. Die Erschliessung von neuem Raum für Sonderausstellungen sei denn auch der ausschlaggebende Punkt zum Erweiterungsbau gewesen. «Wir führen den Hauptbau dem ursprünglichen Zweck zurück», so Bürgi. Dass dieser nach Eröffnung des opulenten Neubaus von den Besuchern links (bzw. rechts) liegen gelassen wird, glaubt er nicht. Während im Altbau Werke aus der Museums-eigenen Sammlung, entstanden vor 1950, zu sehen sein werden, kommen die Exponate jüngeren Datums im Erweiterungsbau unter – allerdings nicht in einer «Dauerausstellung», wie Bürgi erläuterte.

Die Eintrittstickets werden neu unter den Arkaden auf der Kopfseite des Hauptgebäudes verkauft. So können sich die Besucher draussen entscheiden, durch welchen der beiden Trakte sie das Kunstmuseum betreten möchten. «Wir wollen dem Zuschauer überlassen, wo er durch will», so Bürgi. Zur Abgabe ihres Mantels an der Garderobe müssen die Kunstfreunde dann so oder so in den Verbindungstrakt unter der Dufourstrasse. Dieser unterirdische Gang wird neu zwei- und nicht, wie ursprünglich geplant, dreistöckig ausfallen. Im Gegenzug werden die verbliebenen zwei Etagen grosszügiger gestaltet. Diese sollen unter anderem anderem das Kunstdepot und einen grossen Veranstaltungssaal beinhalten. Letzterer soll vor allem für grosse Vernissagen oder für Kongresse genutzt werden.

Über die viel diskutierten höheren Betriebskosten meinte Stefan Charles, seit zwei Monaten Kaufmännischer Direktor des Kunstmuseums, bei seinem ersten öffentlichen Auftritt, dass sich an der Situation und den Zahlen nichts geändert habe: Man gehe von jährlich rund 4,8 Millionen Franken Betriebskosten aus, von denen 2,3 Millionen durch Staatsbeiträge bestritten werden. Die restlichen 2,5 Millionen kämen aus der eigenen Stiftung. «Eine grosse Herausforderung», wie Charles sagte. Woher und in welcher Höhe Beiträge in die Stiftung des Kunstmuseums – welche auf private Geldgeber angewiesen ist – fliessen, wurde an der Pressekonferenz nicht gesagt.

Mehr zum Thema in der BaZ von morgen Dienstag.

baz.ch/Newsnet