2019-04-20 22:26

Das Osterlamm kommt von weit her

Lammfleisch gehört zu Ostern vielerorts zum traditionellen Festmahl. Es wird zum grössten Teil importiert.

Klassiker unter den Osteressen: ein Lammgigot. Bild: istock

Klassiker unter den Osteressen: ein Lammgigot. Bild: istock

Das Lamm ist der Klassiker unter den Festessen zu Ostern. Das Fleisch dazu kommt mehrheitlich aus dem Ausland. In der Schweiz werden schlicht zu wenig Edelstücke wie Filets produziert.

Während in der Schweiz weniger Fleisch gegessen wird, blieb der Absatz von Lamm- und Schaffleisch in den vergangenen Jahren konstant. 2018 wurden laut dem Branchenverband Proviande 1,17 Kilo verspeist.

Die inländische Produktion kann diese Nachfrage aber nicht selbst decken. Gerade beliebte Stücke wie Lammracks kommen oft aus dem Ausland. So stammen denn auch nur rund 40 Prozent des verspeisten Schaf- und Lammfleischs aus der Schweiz.

Neuseeland als Spitzenreiter

Die Lammfilets haben meist weite Wege hinter sich. Von den knapp 6000 Tonnen, die im vergangenen Jahr in die Schweiz geliefert wurden, wird ein grosser Teil in Neuseeland und Australien produziert. Ebenfalls beliebt ist Fleisch aus Irland.

Bei der Detailhändlerin Migros stammen nur gerade 10 Prozent des Lammfleischs aus der Schweiz. «Die Edelstücke erfreuen sich einer derart grossen Beliebtheit in der Schweiz, dass die sehr grosse Nachfrage danach allein mit Schweizer Produkten leider nicht gedeckt werden kann», sagt ein Migros-Sprecher. Migros priorisiere beim Import vor allem Fleisch aus Irland und Grossbritannien.

Bei der Migros-Konkurrentin Coop sieht es ähnlich aus: «Fast ein Viertel unseres Lammfleischs stammt aus der Schweiz, wobei wir gern mehr Schweizer Lammfleisch anbieten würden», sagt eine Sprecherin.

Auch bei Coop betont man, dass gerade der Bedarf an Nierstücken oder Lammracks die heimische Produktion übersteigt. Coop kauft das Lammfleisch im Ausland vor allem in Neuseeland, Australien, Grossbritannien und Irland ein.

Doch warum isst man überhaupt Lamm zu Ostern? Das Lamm war schon im Altertum ein beliebtes Opfertier. Im Christentum wurde die Bezeichnung Lamm Gottes für Jesus Christus geprägt. Er opferte sich, um die Sünde von der Welt zu tilgen, so die Erzählung. Im frühen Christentum etablierte sich der Brauch, Lammfleisch zu segnen und am Ostertag davon zu essen. Diese Tradition hat sich weiterentwickelt, geblieben ist das Lamm zu Ostern.

Lamm als Nischenfleisch

Auch wenn das Lamm an den Ostertagen jeweils Hochkonjunktur hat: Im Vergleich zu anderen Fleischsorten essen Schweizerinnen und Schweizer sehr wenig Lammfleisch. Mit etwas unter 21 Kilogramm pro Kopf und Jahr war auch 2018 das Schweinefleisch am beliebtesten. Danach folgen Poulet mit etwas über 14 Kilogramm und Rindfleisch mit 11,4 Kilo.

Gerade das Poulet hat in der Beliebtheit deutlich zugelegt in den vergangenen Jahren. Dafür wird immer weniger Schweinefleisch gegessen.

Der Fleischkonsum in der Schweiz geht seit Jahren kontinuierlich zurück. 2017 verspeisten Schweizerinnen und Schweizer 50 Kilo pro Person, 1996 waren es 53,6 Kilogramm.